Spiel und Sportverein
Spiel und Sportverein
Altherrenmannschaft Saison 1946/1947
Altherrenmannschaft Saison 1946/1947

Spiel und Sportverein Meiswinkel/Oberholzklau 1948 e.V. Vereinsgeschichte:

 

Bei der Meiswinkler Jugend fand der Fußballsport schon vor dem 1. Weltkrieg großen Anklang. Im Jahre 1908 begann man auf haubergseigenem Gelände "Auf der Södde" , wo sich heute der Sportplatz befindet, mit den ersten Arbeiten zur Herrichtung eines Fußballfeldes, um der Orts-Jugend eine bescheidene Möglichkeit zur sportlichen Betätigung zu gewähren .

Im Jahre 1912 wurde die "Turn- und Spielvereinigung Meiswinkel-Oberholzklau" gegründet. Turnwart war Reinhold Kocher.

Infolge des Kriegsausbruchs im August 1914 kam leider die Vereinstätigkeit zum Erliegen. Im Frühjahr 1918 ließ der Turngau Siegerland in Meiswinkel anfragen, ob der Verein, der schließlich in erster Linie der Jugend diene, noch bestehe.

 

Die Antwort lautete darauf: "Der Turnverein übt zur Zeit seine verschiedenen Sporttätigkeiten nicht aus, weil der größte Teil der Mitglieder sowie der Leiter sich im Heere befinden. Eine Abgabe der Turn- und Spielgeräte wird abgelehnt, weil der Turn- und Spielbetrieb nach dem Kriege wieder aufgenommen werden soll."

 

Zu einer Neubelebung der Vereinstätigkeit ist es jedoch nicht gekommen. Das eigentliche Fußballgeschehen entwickelte sich nach dem 2. Weltkrieg.

 

Im Frühjahr 1946 trafen sich Männer der Kriegsgeneration, die soeben aus Gefangenschaft heimgekehrt waren, aus Meiswinkel, Oberholzklau und Bühl, und berieten in der Gaststätte "Nöll" die Gründung eines gemeinsamen Fußballvereins. Nur wenige Monate später war es soweit.

Der Verein "Union Meiswinkel, Oberholzklau, Bühl" - "Union MOB" genannt- wurde aus der Taufe gehoben. Das erste Meisterschaftsspiel musste im Oktober 1946 in Freudenberg ausgetragen werden. Es gab zum Auftakt eine klare 0:9 Niederlage. Nun, kein Wunder, alle Mitstreiter hatten im Grunde keinerlei Erfahrung. Dennoch, man ging zumindest zielstrebig ans Werk. Was an spielerischem Können fehlte, wurde durch viel Idealismus ersetzt. Die ersten gemeinsamen Trikots mussten mühsam beschafft werden.

 

Spieler wie leidenschaftliche Anhänger hatten vor jedem angesetzten Spiel, oft in entfernteren Orten im westlichen oder südlichen Siegerland, die Anreise zu improvisieren, mal zu Fuß, mal auf dem Fahrrad oder mit dem Bus.

Die sportlichen Erfolge ließen für den heimischen Verein lange auf sich warten. Kein Wunder, einen Trainer gab es nicht. Das gemeinsame Erlebnis und die meist gut gefügte Kameradschaft ließen diese Schwäche in häufig feuchtfröhlicher Runde nach dem Spiel aber schnell vergessen.

 

Die Hauberggenossenschaft stellte, wie vorher schon dem Schützenverein, dem jungen Sportverein bereitwillig das notwendige Gelände "Auf der Södde" pachtweise zur Verfügung.

Dank eines Gönners des neuen Fußballvereins konnte in Eigenleistung die "Södde" 1946/1947 zu einem einigermaßen bespielbaren Fußballplatz ausgebaut werden.

Umfangreiche Erdarbeiten waren dazu erforderlich, denn das Spielfeld musste sowohl am Oberheeser Hang als auch nach Osten auf zugepachtetes Haubergsgelände ausgeweitet werden. Gustav Daub, damals bekannter Schrott- und Pferdehändler im Ort, stellte unentgeldlich die notwendigen Arbeitsgeräte und eine ausgediente Erzlore auf Schienen aus der Grube "Neue Haardt" in Weidenau für die Erdarbeiten und den Transport des Erdreichs zur Verfügung. Aufgrund seiner Initiative und in Zusammenarbeit mit den Vereinsmitgliedern konnten bald dank zahllos freiwillig geleisteter Arbeitsstunden die Voraussetzung geschaffen werden, Trainings- und Meisterschaftsspiele ordungsgemäß durchzuführen.

 

Gustav Daub war auch der 1. Vorsitzende des neugegründeten Vereins.

Es bedurfte noch einiger Zeit, bis Trikots und ordentliche Torpfosten und Netze vorhanden waren. Da kein fachkundiger Trainer zur Verfügung stand und im übrigen schlechte Trainingsbedingungen herrschten, war es unvermeidlich, dass man mit unteren Tabellenplätzen in der letzten Kreisklasse vorlieb nehmen musste.

Dies änderte sich in den 60er und 70er Jahren. Besseres Management, intensive und gute Trainertätigkeiten führten langsam, aber sicher auch zu beachtlichen sportlichen Erfolgen. So konnte zb. 1968/69 der Aufstieg in die 1. Kreisklasse geschafft werden.

Mit den sportlich besseren Leistungen nahm die Zuschauerzahl aus Meiswinkel und den umliegenden Dörfern zu, ebenso die Zahl der Mitglieder, die zeitweise über 150 lag (Heute 2015: 115 Mitglieder).

Immer mehr qualifizierte Fußballspieler aus Nachbarorten erwiesen sich als spielerisch gute Stützen des Vereins. Anderseits ging der ein oder andere gute Spieler aus den eigenen Reihen zu Fußballvereinen in der Nachbarschaft, die in höheren Klassen spielten und Meiswinkler Spieler zum Teil mit Geld oder sonstigen günstigen Angeboten umwarben.

 

Sportlich besonders erfolgreich war Jürgen Moll bekanntester EX-SSV Spieler, der lange Zeit als guter Siegerländer Torwart unter anderem beim Nachbarn VfL KLafeld Geisweid und bei der Nr.1 der Region den Sportfreunde Siegen von 1899 gespielt hat.

 

Neben dem üblichen Spielbetrieb wurden in der fast 67 Jährigen Vereinsgeschichte des Vereins zahlreiche Sportfeste und Turniere ausgerichtet. Das erste Ereignis dieser Art erfolgte bereits im Sommer 1947 unter der Regie von Gustav Daub. Es war die erste kulturell-sportliche Veranstaltung nach dem verlorenen Krieg in Meiswinkel überhaupt.

 

 

1948

 

Seit 1948 trägt der Verein den veränderten Namen "Spiel- und Sportverein Meiswinkel" ("SSV Meiswinkel"). Interne Schwierigkeiten führten 1954 erneut zu einer kurzzeitigen Namensänderung in "Schützen- und Sportverein Meiswinkel.

 

Erst 1962 stellte sich dann die die Fußballabteilung des Schützenvereins auf eigene Füße durch Neugründung des "Spiel- und Sportvereins Meiswinkel-Oberholzklau" 

 

Vereinsgründer:

 

-Adolf Bernhard

-Fritz Dirlenbach

-Heinz-Helmut Heide

-Horst Schreiber

 

Seit dieser Zeit entwickelte sich der "SSV" immer mehr zu einer erfolgreichen Sportgemeinschaft. Unter der Führung von Adolf Bernhard sowie dem Trainer Hans Heide aus Oberholzklau wurde der bereits erwähnte Aufstieg in die 1. Kreisklasse erreicht.

Im Jahre 1974 übernahm Hermann Müller die Vereinsleitung und stand dem Verein 10 Jahre lang vor. Während seiner Amtszeit wurde der Sportplatz erneuert und ein Vereinsheim gebaut.

 

Auch sportlich gesehen konnte der SSV Erfolge verzeichnen. Früher umfasst der Verein zwei Herrenmannschaften die beide in der Kreisliga C spielten und eine Altherrenmannschaft.

Früher existierte auch eine Jugendmannschaft.

Heute gibt es nur noch eine Herrenmannschaft und eine Jugendhobbymannschaft, die für Talentierten Nachwuchs sorgt.

Der erste Versuch eine Jugendmannschaft zusammen zu stellen fand 1972 statt scheiterte aber leider.

 

Derzeit 1. Vorsitzender ist Dirk Otto aus Meiswinkel, Geschäftsführer ist Andreas Schmidt ebenfalls aus Meiswinkel.

 

Die erste Mannschaft spielt in der D-Kreisliga.

 

Jährlich findet das erfolgreiche Fest "Södde in Flammen" statt.

 

Vereinsnamen in der Übersicht:

 

-Turn und Spielvereinigung Meiswinkel-Oberholzklau

-Union Meiswinkel, Oberholzklau, Bühl

-Spiel- und Sportverein Meiswinkel

-Schützen- und Sportverein Meiswinkel 

-Spiel- und Sportverein Meiswinkel-Oberholzklau 

 

Text: Jan Michel Daub 

Quelle: Buch "Meiswinkel in Vergangenheit und Gegenwart"